Die seit dem 1.2.2024 beteiligten fünf Pilotschulen trafen sich jetzt zur Abschlussreflexion und zogen ein durchweg positives Fazit. Alle Schulen versicherten, auch über den Projektzeitraum hinaus an der gründlich eingeübten Lesepraxis festhalten zu wollen.
Seit dem 1.2.2026 sind 11 weitere Schulen in das Projekt eingestiegen, davon zwei Integrierte Gesamtschulen. Die ersten Fortbildungen haben die Kollegien bereits absolviert und die ersten Leseübungen haben in den Klassen bereits stattgefunden.
Wir wünschen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern genau so viel Freude wie es die fünf Pilotschulen erleben durften.
Das Konzept: Tägliche Routine statt Einzelförderung
Kern des Projekts ist das sogenannte „Leseband“, das auf dem erfolgreichen Hamburger Modell basiert. Dabei wird eine verbindliche Lesezeit von ca. 20 Minuten fest in den täglichen Stundenplan integriert – und zwar für alle Kinder einer Klasse gleichzeitig. Anstatt nur im Deutschunterricht zu lesen, wird diese Zeit fächerübergreifend genutzt, um die Leseflüssigkeit zur Routine werden zu lassen.
Methodik und Förderung
Im Leseband kommen spezielle Lautlesemethoden zum Einsatz, die nachweislich die Lesegeschwindigkeit und das Textverständnis steigern. Dies sind u.a.:
- Tandemlesen: Ein lesestärkeres Kind („Trainer“) und ein leseschwächeres Kind („Sportler“) lesen gemeinsam laut.
- Chorisches Lesen: Die gesamte Gruppe liest einen Text synchron.
- Würfellesen: Spielerische Elemente fördern die Motivation und den Spaß am geschriebenen Wort.
Die beteiligten Partner unterstützen die Schulen nicht nur konzeptionell, sondern auch materiell. So erhalten Modellschulen Fördergelder für Lesematerialien sowie Zugang zum „Salzburger Lesescreening“, einem Diagnosetool, mit dem Fortschritte präzise gemessen werden können.
Zielsetzung
Das Projekt verfolgt das Ziel, Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Da ein sicheres Leseverständnis die Basis für den Erfolg in fast allen Schulfächern – inklusive Mathematik – bildet, soll das Leseband Kindern helfen, sprachliche Barrieren abzubauen und Selbstbewusstsein im Umgang mit Texten zu gewinnen. Es schafft einen Rahmen, in dem das Lesen nicht als Last, sondern als gemeinschaftliches Erfolgserlebnis wahrgenommen wird.

